FAQ zur Impfung gegen Ebergeruch und zum Impfstoff Improvac®

Was ist Ebergeruch?

  • Die Hoden von Ebern produzieren männliche Geschlechtshormone und geschlechtsspezifische Ebergeruchsstoffe. Diese werden über das Blut in den ganzen Körper, auch das Muskelfleisch, verteilt. Wird das Fleisch erhitzt, kann dies zu unangenehmen Geruchs- und Geschmacksveränderungen führen.

Wie funktioniert die Impfung gegen Ebergeruch?

  • Eine Impfung gegen Ebergeruch induziert wie jede andere Impfung Antikörper. Die Antikörper sind gegen einen Botenstoff des Körpers gerichtet. Normalerweise fördert der Botenstoff die Entwicklung der Geschlechtsorgane. Diese körpereigenen Antikörper hemmen diese Entwicklung und damit auch die Entwicklung der Geschlechtshormone. Fehlen die Geschlechtshormone, sei dies durch Kastration oder die Impfung, tritt kein Ebergeruch mehr auf.

Aus was besteht der Impfstoff gegen den Ebergeruch?

  • Der Impfstoff enthält ein dem natürlichen Botenstoff entsprechendes unvollständiges Eiweiss, und ein Hilfsstoff zur Verstärkung der Immunantwort. Der Hilfsstoff wird auch in Heilmitteln beim Menschen verwendet. Der Impfstoff ist kein Hormon.

Wann werden Eber gegen Ebergeruch geimpft?

  • Damit genügend Antikörper gegen die Botenstoffe vorhanden sind, müssen Eber 2x geimpft werden. Die erste Impfung muss spätestens ca. 8-10 Wochen, die zweite Impfung ca. 4-6 Wochen vor der Schlachtung erfolgen.

Kann man das Fleisch unmittelbar nach der Impfung essen?

  • Ja. Es gibt keine Absetzfristen und das Fleisch von geimpften Tieren könnte sofort nach der Impfung bedenkenlos verzehrt werden. Allerdings muss zwischen der 2. Impfung und der Schlachtung eine Frist von 4 Wochen liegen (s. oben) damit die Bildung des Ebergeruchs wirksam verhindert werden kann.

Gibt es Rückstände des Impfstoffs im Fleisch des Tiers?

  • Der Impfstoff enthält Eiweisse. Diese bewirken eine Reaktion des tierischen Immunsystems. Durch den Körperstoffwechsel des Schweins werden diese Eiweisse aber wieder abgebaut. Das Fleisch enthält somit keine Rückstände.

Was passiert, wenn der Mensch Antikörper isst?

  • Es gibt in jedem Lebewesen natürlicherweise ungeheuer viele verschiedene Antikörper. Diese werden benötigt, um den Körper vor Mikroorganismen zu schützen. Antikörper bestehen aus Eiweiss. Werden Eiweisse gegessen, werden sie im Magen und im Darm abgebaut. Der Konsum von tierischen Erzeugnissen geimpfter Tiere ist unbedenklich für den Menschen.

Wie lange verhindert die Impfung Ebergeruch?

  • Die Wirkung der Impfung ist vorübergehend (=reversibel). Eber, welche geimpft wurden, müssen spätestens 6 Wochen nach der zweiten Impfung gegen Ebergeruch geschlachtet werden. Nachher sind nicht mehr genügend Antikörper gegen den Botenstoff vorhanden und die Geschlechtsorgane entwickeln sich wieder zu voller Funktion und Grösse (und können den unangenehmen Geruch im Fleisch bewirken).

Wie kann ein gegen Ebergeruch geimpfter Eber von einem ungeimpften Tier unterschieden werden?

  • Beim gegen Ebergeruch geimpften Eber sind die Hoden viel kleiner als bei einem ungeimpften Eber. Ungeimpfte Eber zeigen zudem ein deutlich aggressiveres Verhalten gegenüber Artgenossen.

Welche unerwünschten Wirkungen kann die Impfung gegen den Ebergeruch beim Tier auslösen?

  • Der Impfstoff gegen den Ebergeruch ist gut verträglich. An der Injektionsstelle kann es beim Tier zu leichten Schwellungen kommen, welche innert ein paar Tagen verschwinden.

Was passiert, wenn sich der Mensch versehentlich den Impfstoff selbst injiziert?

  • Zum Impfstoff gehört eine Sicherheitsimpfpistole, welche eine versehentliche Selbstinjektion vermeiden soll. Eine einmalige versehentliche Selbstinjektion ist ungefährlich. Das Präparat sollte nicht von Frauen verabreicht werden, welche schwanger sein könnten.

Ist der Impfstoff gegen den Ebergeruch in andern Ländern zugelassen?

  • Der Impfstoff gegen den Ebergeruch wurde vor über 10 Jahren in Australien entwickelt. Er ist seither dort und in Neuseeland zugelassen und wurde bei Millionen von Ebern erfolgreich angewendet. Inzwischen wurde der Impfstoff in vielen Ländern zugelassen, in der Schweiz im Januar 2007. Auch in der EU ist die Zulassung erfolgt.

Wie wird der Impfstoff hergestellt?

  • Der Impfstoff wird mit einem konventionellen, chemischen Herstellungsverfahren (Peptidsynthese) hergestellt. Der Impfstoff ist gentechnikfrei.

Wie lange kann eine angebrochene Impfstoffflasche verwendet werden?

  • Nach Anbruch ist der Impfstoff innerhalb von 28 Tagen zu verbrauchen. Der Impfstoff ist im Kühlschrank (bei 2°C bis 8°C) zu lagern.

Woher bekommt der Tierhalter den Impfstoff?

  • Der Tierhalter kann den Impfstoff über den Tierarzt beziehen. Der Tierarzt wird den Tierhalter anleiten, wie der Impfstoff zu verabreichen ist.

Weiterführende Informationen

https://www.ivi.admin.ch/content/ivi/de/home/impfungen/impfstoffe/weiterfuehrende-informationen/faq-zur-impfung-gegen-ebergeruch-und-zum-impfstoff-improvac-.html