Blog Kemal Mehinagic – Afrikanische Schweinepest
Pathogenese der Afrikanischen Schweinepest: Interaktion zwischen Virus und Tier
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wird durch ein Virus verursacht, das für Schweine und Wildschweine gefährlich ist, jedoch keine direkte Bedrohung für den Menschen darstellt. Im Jahr 2007 wurde ein hochvirulenter Stamm nach Georgien eingeschleppt. Seither breitet sich die Seuche in grossen Teilen von Europa und Asien aus, wo bereits mehrere Millionen Tiere an den Folgen der Krankheit verendet sind. Trotz intensiver wissenschaftlicher Bemühungen stehen bis heute weder eine Therapie noch eine sichere Impfung gegen die ASP zur Verfügung. Das IVI erforscht in seinem Hochsicherheitslabor das Immunsystem von Schweinen und dessen komplexe Interaktion mit dem ASP-Virus. Darüber hinaus werden Struktur, molekulare Genetik und Replikation des ASP-Virus untersucht sowie die Mechanismen, mit denen das Virus die Immunantwort des Wirts beeinträchtigt. Um die komplexen Interaktionen zwischen Viren und Schwein besser zu verstehen, unterhält das IVI seit Jahrzehnten eine Schweinezucht unter strengsten Hygienebedingungen. In dieser Zucht werden die Schweine frei von jeglichen Schweinepathogenen gehalten, weshalb die Tiere ein besonders naives Immunsystem entwickeln. Die unterschiedlichen Reaktionen dieses Immunsystems auf eine Infektion mit dem ASP-Virus haben im Vergleich zum Immunsystem konventionell gehaltener Schweine äusserst faszinierende Ergebnisse hervorgebracht, welche in unseren Publikationen ausführlich beschrieben worden sind.
Interview mit Dr. Kemal Mehinagic
Publikationen
- The baseline immunological and hygienic status of pigs impact disease severity of African swine fever (PLOS PATHOGENS)
- In-yeast reconstruction of the African swine fever virus genome isolated from clinical samples (STAR Protocols)
- A sensitive luciferase reporter assay for the detection of infectious African swine fever virus (Journal of Virological Methods)
