Labordiagnostik-2021

Institut für Virologie und Immunologie IVI

Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) ist das Schweizer Referenzlabor für Diagnose, Kontrolle und Erforschung hochansteckender viraler Tierseuchen, einschliesslich viraler Zoonosen (zwischen Tier und Mensch übertragbare Infektionskrankheiten). Das IVI ist zudem zuständig für die Zulassung und Kontrolle von veterinärmedizinischen Impfstoffen und Immunseren. Im Rahmen einer Kooperation mit der Vetsuisse Fakultät der Universität Bern ist das IVI für Lehre und Forschung auf den Gebieten Virologie und Immunologie verantwortlich.

Das IVI ist dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) angegliedert.

Aktuell

Wechsel der Leitung des Instituts für Virologie und Immunologie IVI

Seit dem 3. Mai 2021 leitet Barbara Wieland das Institut für Virologie und Immunologie (IVI). Sie hat die Nachfolge von Christian Griot angetreten, der nach 28 Jahren als Institutsleiter in Pension geht.

Barbara Wieland (1)

Barbara Wieland ist Veterinärmedizinerin mit 20 Jahren Erfahrung in der Forschung, Entwicklungszusammenarbeit und Veterinärepidemiologie. Sie verfügt über ein breites Wissen in der Bekämpfung von Tierseuchen und Zoonosen und vertiefte Kenntnisse im Bereich One Health. Nach ihrem Doktorat in Veterinärmedizin an der Universität Bern war Barbara Wieland am Royal Veterinary College in London und am Pirbright Institute als Postdoktorandin in Molekularepidemiologie tätig. Darauf folgten mehrere Jahre mit einem Lehrauftrag in Veterinärepidemiologie am Royal Veterinary College, wo sie unter anderem als Direktorin den Master Kurs fuer die Kontrolle von Infektionskrankheiten beim Tier leitete und in verschiedene internationale Forschungsprojekte involviert war. Seit 2015 war sie Teamleiterin in Herdengesundheit am International Livestock Research Institute (ILRI) in Äthiopien von wo aus sie Projekte in Ost- und Westafrika und in Asien koordinierte. Davor arbeitete sie drei Jahre lang als Projektleiterin für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit in der Mongolei.

Sie haben eine lange Erfahrung in der Epidemiologie und leiteten zuletzt für das International Livestock Research Institute (ILRI) ein Herdengesundheitsteam in Äthiopien: Was war Ihre Motivation, die Leitung des IVI zu übernehmen?

Da gibt es verschiedene Gründe. Ganz zentral ist dabei sicher mein Interesse an der Kontrolle von hochansteckenden Tierseuchen und Zoonosen, und zwar auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Es ist immer wieder extrem spannend, die Systeme zu verstehen, die zu Übertragungsketten von Infektionskrankheiten führen und dieses Verständnis dafür zu brauchen, effektive Lösungsansätze zu finden, in welchen Virologie und Immunologie natürlich extrem wichtig sind. In den letzten Jahren hatte ich die Möglichkeit, im Bereich Tierseuchenüberwachung und Kontrolle in verschiedenen Ländern in Europa, Asien und Afrika zu arbeiten, und das in ganz verschiedenen Tierproduktionssystemen. Dabei habe ich leider auch immer wieder gesehen, wie viel Schaden diese Krankheiten anrichten können.
Unter anderem waren die Afrikanische Schweinepest, die Maul- und Klauenseuche und das globale Eradikationsprogramm für die Pest der kleinen Wiederkäuer in den letzten Jahren grosse Themen in meiner Arbeit, und ich hoffe, dass das internationale Netzwerk, das ich mir aufgebaut habe, auch dem IVI nützlich sein wird.
Das IVI arbeitet aber nicht nur auf den herkömmlichen hochansteckenden Seuchen und Zoonosen wie z. B. Tollwut, sondern wird in Zukunft sicher auch vermehrt mit neu auftretenden Zoonosen zu tun haben. Die Verbindungen zwischen Tier-, Volks- und Umweltgesundheit ist extrem spannend, und ich freue mich auch auf die Herausforderung, das IVI im Bereich One Health in die Zukunft führen zu dürfen.
Und dann gibt es natürlich auch persönliche Gründe. Nach mehr als 15 Jahren im Ausland ist die neue Stelle eine wunderbare Gelegenheit, in die Schweiz zurückzukehren, nach Hause zu kommen, und ich freue mich extrem, die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, hier zu nutzen.

Wo liegen die grossen Herausforderungen für das IVI?

Wenn man sich den Leistungsauftrag des IVI anschaut, steht die Kontrolle von Tierseuchen klar im Vordergrund. Und hier bestehen sicher auch weiterhin bekannte und neue Risiken für die Schweiz, in denen das IVI einen wichtigen Beitrag leisten muss, sei es im Bereich Diagnostik oder auch in der Forschung, um auf dem neusten Stand zu bleiben, um die Tiere und die Menschen in der Schweiz vor infektiösen Krankheiten zu schützen. Ausbrüche von verschiedenen Viruskrankheiten in der Schweiz und in Nachbarländern, z. B. das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Wildschweinen in verschiedenen EU-Ländern haben gezeigt, dass man immer bereit sein muss. Erfahrungen in den letzten Jahren haben aber auch gezeigt, dass man, um gute Lösungen umsetzen zu können, interdisziplinär arbeiten muss. Erst recht, wenn es dabei um Zoonosen geht. In dieser Hinsicht wird während der Covid-19-Pandemie viel gelernt. Das IVI muss sich deshalb also weiterhin neuen Begebenheiten anpassen und Schwerpunkte verschieben können, so wie es das in den letzten Jahren auch gemacht hat. Ich denke, das IVI wird nie ein Institut sein, das einfach «business as usual» machen kann. Man muss da immer auch nach vorne schauen und neue Risiken verstehen und abschätzen können. Dafür ist auch der Beitrag der Grundlagenforschung essentiell. Das IVI hat mit Mittelhäusern und dem Labor an der Vetsuisse Fakultät in Bern zwei Standorte, was ihm ermöglicht, die Forschung und deren Umsetzung im Interesse der Volks- und Tiergesundheit voranzutreiben. Vermehrt mit einem One-Health-Ansatz an Probleme heranzugehen, das heisst, interdisziplinär zu arbeiten und mit Systemforschung am Nexus Mensch, Tier und Umwelt zu agieren, um einen Mehrwert zu schaffen, das wird es dem IVI erlauben, zukünftige Herausforderungen zu meistern. Nicht zuletzt dank der erfahrenen Mitarbeiter am IVI und der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Ich bin da sehr zuversichtlich.

Haben Sie schon eine Idee was Sie in den ersten Wochen ihrer Amtszeit anpacken möchten?

Ich hatte das grosse Glück, mich in den letzten Wochen mehrmals mit meinem Vorgänger Christian Griot austauschen und von seinen Erfahrungen profitieren zu können. Das hat in der Vorbereitung sehr geholfen und ich bin ihm dafür sehr dankbar. Dennoch wird in den ersten Wochen noch viel Neues auf mich zukommen, und ich werde sicher genügend Zeit aufwenden, um die Mitarbeiter und die Arbeitsabläufe am IVI gut kennen zu lernen. Und dann will ich mich auch mit Vertretern anderer Institutionen und Interessengruppen treffen und diskutieren, wie wir bevorstehende Herausforderungen zusammen sinnvoll angehen können.

https://www.ivi.admin.ch/content/ivi/de/home/das-ivi.html