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Veröffentlicht am 2. Juli 2026

Blog Corinne Gerber – Zugvögel und Viren

«Meine Dissertation zeigt die Rolle von Zugvögeln als potenzielle Verbreiter, die Viren nach und nach in die Schweiz einschleppen können»

Zugvögel als mobile Reservoirs für Insekten- und Zeckenviren: Erkenntnisse aus der Schweiz

Jährlich migrieren schätzungsweise über 2 Milliarden Vögel zwischen Europa und Afrika. Die enorme Mobilität birgt jedoch erhebliche epidemiologische Risiken. Zugvögel fungieren als «biologische Shuttles» für den Transport pathogener Mikroorganismen wie Viren, Bakterien oder Ektoparasiten über Ländergrenzen und Kontinente hinweg.

Ein bekanntes Beispiel ist das West-Nil-Virus (WNV), ein Orthoflavivirus (früher als Flavivirus bezeichnet), das normalerweise in einem Übertragungszyklus zwischen Mücken (vor allem der Gattung Culex) und Vögeln zirkuliert. Gelegentlich kann das Virus jedoch auch auf Menschen und Pferde übertragen werden. Im Jahr 2022 wurde das WNV erstmals in Mückenpopulationen im Kanton Tessin nachgewiesen. Der Fundort lag im Naturschutzgebiet Bolle di Magadino, einem international bedeutenden Feuchtgebiet, in dem Millionen von Zugvögeln verschiedenster Herkunft auf engem Raum aufeinandertreffen. Dies war der Startpunkt für eine umfassende Untersuchung der Schweizer Wildvogelpopulation im Tessin.

Interview mit Corinne Gerber