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Veröffentlicht am 3. August 2026

Neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe bei Rindern entdeckt

Das IVI hat am 31. Juli 2026 in Proben von Rindern mit Fieber, Durchfall und Milchrückgang «Shamonda-like-Virus» nachgewiesen.  Es handelt sich um das erstmalige Auftreten eines weiteren Virus der Simbu-Serogruppe in der Schweiz seit dem ersten Ausbruch des Schmallenberg-Virus im Jahr 2012.

Updates zum dynamischen Geschehen des Shamonda-like-Virus in der Schweiz:

Update vom 17. August 2026: Seit der ersten Bestätigung des Shamonda-like-Virus in der Schweiz wurde das Virus in den letzten zwei Wochen in 17 Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein in Blutproben und in mehreren abortierten Föten nachgewiesen. Auch in Europa breitet sich das Virus weiter aus. In den letzten Tagen wurde es auch in den Niederlanden nachgewiesen.

Update vom 13. August 2026: Das IVI hat das Virus zum ersten mal auch in Rindern aus dem Fürstentum Liechtenstein nachgewiesen. Eine weitere Ausbreitung nach Osten ist zu befürchten. Das IVI steht in engem Austausch mit dem zuständigen Labor in Österreich.
Wichtig zu beachten für Abortuntersuchungen: Das IVI kann keine ganzen Föten untersuchen. Bitte beachten Sie die Angaben zum einzusendenden Probenmaterial weiter unten auf dieser Seite.

Update vom 10. August 2026: Die Analyse der am IVI erfolgten vollständigen Virussequenzierung mehrerer einzelner Tiere aus verschiedenen Kantonen erbringt den endgültigen Beweis, dass es sich um das Shamonda-like-Virus handelt. Das Virus ist praktisch identisch mit dem in Deutschland nachgewiesenen Virus und unterscheidet sich auch zwischen einzelnen Beständen nur wenig. Weitere Untersuchunungen zur genauen taxonomischen Einteilung des Virus sind am laufen.

Seit dem 6. August 2026  hat das IVI zum ersten Mal in Proben von mehreren abortierten Rinderföten aus unterschiedlichen Beständen das Shamonda-like-Virus festgestellt. Weitere mögliche Abortursachen und Zusammenhänge werden derzeit abgeklärt. Diese Fälle bestätigen die Vermutung, dass das Virus transplazentär auf Rinderföten übertragen werden kann, was möglicherweise Aborte zur Folge haben kann. Das Geschehen wird vom IVI zusammen mit dem BLV, Rindergesundheit Schweiz (RGS) und weiteren Partnern intensiv verfolgt.

Info vom 3. August 2026:  Das IVI hat am 31. Juli 2026 zum ersten Mal  Viren der Simbu-Serogruppe in Proben von Rindern in der Schweiz nachgewiesen.

Die bisherigen Ergebnisse des IVI decken sich mit Erkenntnissen aus Frankreich und Deutschlandwo  das Virus ebenfalls zirkuliert.

Viren der Simbu-Serogruppe, zu der das Shamonda-Virus und das Schmallenberg-Virus gehören, kommen vor allem in Afrika, Asien und Australien vor und werden, ähnlich wie das Virus der Blauzungenkrankheit, durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen.

Ob zusätzlich ein Zusammenhang zwischen der aktuellen Hitzewelle und den gemeldeten Krankheitsgeschehen besteht ist derzeit nicht klar. Hohe Temperaturen stellen jedoch insbesondere für Hochleistungsmilchkühe eine erhebliche Belastung dar und können die Tiere anfälliger für Erkrankungen machen.

Beobachtete klinische Symptome
Nahezu alle betroffenen Rinderbetriebe berichten über ein Krankheitsgeschehen mit einer Dauer von etwa 14–21 Tagen. Die häufigsten klinischen Symptome sind:

  • Fieber (>40 °C) über 1–2 Tage
  • Massiver Milchrückgang
  • Fressunlust
  • Durchfall

Einzusendendes Probenmaterial

  • Lebendes Tier: Serum und (optional) EDTA-Blut
  • Totes adultes Tier: Wenn möglich Serum, sonst Milz und Körperhöhlenflüssigkeit
  • Abortierte Föten: Hirn, Milz, Herzblut/Körperhöhlenflüssigkeit – keine Planzenta, keine ganzen Föten / ganze Köpfe.

Wichtige Hinweise zur Probennahme:

  • Der Virusnachweis ist bei adulten Tieren nur bei frisch-infizierten Individuen erfolgsversprechend. Darum möglichst Tiere in der ersten Krankheitsphase (Fieber und/oder Milchrückgang) und nicht erst nach dem Einsetzen von Durchfall beproben.
  • Wenn mehrere Tiere der Herde betroffen sind, Proben von max. 3 Tieren einschicken.

Kostenübernahme

Die Untersuchungskosten werden momentan vom Bund übernommen. Es ist aber wichtig, dass:

  • Auf dem IVI-Untersuchungsantrag Angaben zur Art und Dauer der Symptome der beprobten Tiere gemacht werden:

Unspezifische Symptome wie Fieber, Durchfall oder Leistungsrückgang können auch auf eine hochansteckende Tierseuche hinweisen. Tierhaltende sollten daher umgehend ihre Tierärztin oder ihren Tierarzt informieren, damit bei Bedarf die notwendigen Untersuchungen eingeleitet werden können.

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