Zum Hauptinhalt springen

Veröffentlicht am 23. September 2026

Ein Rinder-H5N1-Virus vermehrt sich effizient in differenzierten menschlichen Nasenepithelzellen

Die Ausbreitung von H5N1-Influenzaviren bei Milchkühen wirft Fragen hinsichtlich ihres zoonotischen Potenzials auf. In einer neuen Studie haben Forscher des IVI untersucht, wie ein Rinder-H5N1-Virus mit menschlichen Nasenepithelzellen interagiert.

Bedeutung der Studie

Die anhaltende Ausbreitung von H5N1-Influenzaviren bei Milchvieh hat das Risiko einer Exposition des Menschen deutlich erhöht. Allerdings führten Infektionen beim Menschen meist nur zu leichten Symptomen, und eine Übertragung von Mensch-zu-Mensch wurde bisher nicht beobachtet. Diese Studie liefert experimentelle Belege dafür, dass sich ein Rinder-H5N1-Virus, das während des Ausbruchs bei Milchkühen in Texas im Jahr 2024 isoliert wurde, effizient in menschlichen Nasenepithelzellen vermehren kann, die an der Luft-Flüssigkeits-Grenzfläche differenziert wurden. Dieser Befund deutet darauf hin, dass das Virus bereits die erforderlichen Eigenschaften besitzt, die die Vermehrung in diesen humanen Epithelzellen begünstigen. Somit tragen unsere Daten zum Verständnis des zoonotischen Potenzials von aus Rindern stammenden H5N1-Viren bei, erklären jedoch nicht, warum es in vivo bisher zu keiner Übertragung von Mensch-zu-Mensch kam.

A bovine H5N1 virus efficiently replicates in differentiated human nasal epithelial cells
NPJ Viruses (2026)

Autoren

Étori Aguiar Moreira, Samuel Constant, Charlène Constant, Lisa Butticaz, Michele Wyler, Teodora David, Peter M. Grin, Charaf Benarafa, Volker Thiel, Marco P. Alves & Gert Zimmer